Wir überarbeiten aktuell unsere Webseite. In dieser Zeit kann es vereinzelt zu Darstellungs- oder Funktionsfehlern kommen.
Danke für Ihr Verständnis.

Ergebnisbericht zur KI-Umfrage 2026 unter Fotografen, Bildagenturen und Bildeinkäufern

Die Künstliche Intelligenz ist als Werkzeug in der Bildbranche angekommen – und verändert den Umgang mit Fotos und Videos grundlegend. Dies zeigt eine neue Studie von Prof. Lars Bauernschmitt vom Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography an der Hochschule Hannover. Unterstützt unter anderem von BVPA, BFF, bpp, BVAF, DGPh, dju/ver.di, DJV, Female Photoclub, Freelens und PIC Verband gaben 534 Personen aus allen Bereichen der Bildbranche Auskunft darüber, wie KI die Arbeit mit Bildern verändert.

So ist die Zahl der Medien, die planen, in Zukunft KI-generierte Bilder oder Videos zu nutzen, deutlich angestiegen. Lag ihr Anteil im letzten Jahr noch bei 46,2 Prozent, sind es mittlerweile schon 56,6 Prozent. Als Begründung geben die Befragten vor allem an, „visuelle Konzepte kreativ darstellen“ zu wollen. In der Folge wird sich die Vergabe von Aufträgen zur Produktion von Fotos und Videos ebenso wie die Nachfrage nach Archivmaterial verändern. Während 40,4 Prozent der Verantwortlichen in journalistischen Medien durch den Einsatz von KI weniger Aufträge vergeben und Archivmaterial beschaffen werden, sind es im Bereich von Werbung und PR sogar 65,2 Prozent der Befragten, die weniger Archivmaterial beschaffen werden.

In dieser Situation erstellen gleichzeitig nur wenige Fotografen selbst Bilder mittels KI. Der Gesamtanteil KI-generierter Bilder in den Archiven liegt bei den befragten Fotografinnen derzeit bei 0,005 Prozent (2,4 Mio. digital / 112 KI-generiert), bei den befragten Fotografen sind das 0,034 Prozent (10,4 Mio. digital / 3527 KI-generiert). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den befragten Bildagenturen. Von ihnen boten nur zwei der befragten Agenturen KI-generiertes Bildmaterial an. Darüber hinaus lehnen die Bildagenturen ebenso wie die befragten Fotografinnen und Fotografen aktuell mit jeweils über 90 Prozent ganz deutlich ab, Bilder oder Videos für KI-Trainings zur Verfügung zu stellen.

In ihren Vorstellungen vom Umgang mit KI trennt Fotografen sowie Agenturen auf der einen Seite und diejenigen, die ihre Bilder veröffentlichen, inzwischen ein tiefer Graben.

Den gesamten Ergebnisbericht finden Sie hier verlinkt.

Ein ergänzendes Interview zur Studie finden Sie unter: https://www.pictorial-online.com/index.php?entry/8308-interview-mit-prof-lars-bauernschmitt/&s=ca96f82c17667fec15d0c62691c1d6a25989b2a6

Stand 30.04.2026 / Prof. Lars Bauernschmitt

 

Über den Autor

Prof. Lars Bauernschmitt ist seit 2008 als Professor an der Hochschule Hannover tätig. Von 1993 bis 2008 war er Geschäftsführer der internationalen Fotoagentur VISUM. Daneben war er von 2001 bis 2010 Mitglied des Vorstandes des Bundesverbandes professioneller Bildanbieter (BVPA), seit 2003 als Vorstandsvorsitzender. Lars Bauernschmitt ist Mitglied verschiedener Gremien und Jurys sowie als Lehrbeauftragter an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Fachautor tätig. Seine Forschungsfelder sind der globale Bildermarkt und medienübergreifendes Visual Storytelling.

Ausführliche Informationen zur Entwicklung des deutschen Bildermarktes finden Sie unter http://www.larsbauernschmitt.de/forschung/

Comments are closed.