Wie so vieles brachten die Römer auch öffentliche Bäder nach Wien. Dabei handelte es sich um Orte der Körperreinigung, die von unterschiedlichen Gesellschaftsschichten aufgesucht wurden. Später kamen auch Heilbäder hinzu. Das Schwimmen in Flüssen galt jedoch als unmoralisch und gefährlich und war daher verboten, erfreute sich aber großer Beliebtheit. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurden gesicherte Flussbäder errichtet, weil das Baden in kaltem Wasser als gesund galt.

Laaerberg Bad, Wien, Laaer Hill Swimming Bath, Vienna / / Österreich, Austria
Credit: APA-Images / brandstaetter images / Barbara Pflaum
Ab dem 19. Jahrhundert wurde aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen das Angebot an Bädern stark ausgebaut. Man unterschied Volksbäder (Brausebäder ab 1887), Hallenbäder und Sommerbäder (Sommer-, Luft- und Schwimmbäder), wie das Gänsehäufel (1907). Zahlreiche Freibäder wurden in der Zwischenkriegszeit eröffnet, wie das Krapfenwaldlbad (1923), das Ottakringer Bad (1926), das Bad auf der Hohen Warte und das Kongressbad (beide 1927). Man baute Bäder in städtischen Wohnhausanlagen und in Schulen. Freibäder hatten immer auch einen hygienischen Aspekt, daher kam den Wiener Kinderfreibädern im Kampf gegen Tuberkulose und Rachitis eine besondere Bedeutung zu. Das erste Kinderbecken im Wienfluss wurde 1917 eröffnet und ab 1926 feste Bäder mit ihren typischen Steildächern in Parks errichtet.
Eine weitere Erweiterung des Angebots erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ausbau bestehender Bäder und Neubauten, wie dem Laaerberg Bad (1959). Im Jahr 1968 wurde das Wiener Bäderkonzept beschlossen, das in der aktuellen Bäderstrategie 2030 das Infrastrukturprogramm der Stadt Wien in diesem Bereich regelt.
(Quelle:





